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Googles billigstes Bildmodell ist seit gestern abgeschaltet — teurer ist daran nicht das Problem

Am 17. August sind drei Imagen-4-Endpunkte verschwunden. Der Ersatz kostet mehr, das ist die kleinere Nachricht. Die größere: Was ein Bild kostet, hängt jetzt davon ab, wie groß es ist.

Seit gestern sind bei Google drei Endpunkte weg: imagen-4.0-generate-001, imagen-4.0-fast-generate-001 und imagen-4.0-ultra-generate-001. Angekündigt war das seit dem 15. Juni, die Frist ist eingehalten worden, überrascht sein muss niemand.

Interessant ist nicht die Abschaltung. Interessant ist, was an ihre Stelle tritt.

Die Zahlen

Imagen 4 hatte einen festen Preis je Bild: 0,02 US-Dollar in der schnellen Variante, 0,04 im Standard, 0,06 in Ultra. Ein Bild kostete einen Betrag, unabhängig davon, was darauf zu sehen war und wie groß es war.

Der von Google empfohlene Nachfolger rechnet anders. Gemini 3.1 Flash Image kostet 60 Dollar je einer Million Ausgabe-Token, und die Preisseite rechnet das selbst um: etwa 0,045 Dollar bei 0,5K, 0,067 bei 1K, 0,101 bei 2K und 0,151 bei 4K. Die kleinere Variante, Flash Lite Image, liegt bei 30 Dollar je Million Token, also rund 0,034 Dollar für ein Bild mit 1024 mal 1024 Pixeln.

Das günstigste, was heute an die Stelle von Imagen 4 Fast tritt, liegt damit etwa zwei Drittel über dessen Preis. Wer vorher Ultra genommen hat, zahlt für ein Bild in 1K sogar weniger als vorher.

Ein Hinweis zur Sorgfalt: Die Auswertungen widersprechen sich in Details. Eine viel zitierte Preisübersicht führt als Nachfolger ein Modell zu 0,039 Dollar je Bild, während Google selbst auf gemini-3.1-flash-image verweist. Ein Abschaltungs-Tracker beschreibt den 17. August als frühestmöglichen Termin, die Release Notes führen ihn als Abschaltdatum. Wer damit kalkuliert, sollte die Zahl am eigenen Tarif nachsehen und nicht aus einer Zusammenfassung übernehmen — auch nicht aus dieser.

Was sich wirklich geändert hat

Dieselbe Übersicht macht nebenbei die eigentliche Beobachtung: Es sind derzeit vier unvereinbare Abrechnungseinheiten gleichzeitig in Betrieb. Pro Bild, pro Megapixel, pro Token, pro Vorgang. Zwei Preise nebeneinanderzulegen ist damit kein Vergleich mehr, sondern eine Rechenaufgabe mit Annahmen.

Für die Produktion ist das unangenehmer als ein höherer Preis. Ein Angebot über zweihundert Bilder war bisher eine schlichte Multiplikation: Stückpreis mal Menge mal Ausschussfaktor. Jetzt hängt der Stückpreis an einer Entscheidung, die erst mitten in der Arbeit fällt — nämlich in welcher Auflösung ausgeliefert wird. Zwischen 1K und 4K liegt bei einem Modell der Faktor zwei bis drei. Wer den Festpreis vor der Auflösungsfrage zusagt, hat sich auf etwas festgelegt, das er noch nicht kennt.

Der Rabatt, der Zeit kostet

Es gibt eine Gegenbewegung: Über den Batch-Betrieb halbiert sich der Preis, 30 statt 60 Dollar je Million Token, beim kleinen Modell 15 statt 30. Damit landet ein 1K-Bild bei etwa 1,7 Cent — günstiger, als Imagen 4 Fast je war.

Nur ist Batch asynchron. Man schickt etwas weg und bekommt es später zurück. Für eine Freigabeschleife, in der man mit einem Kunden im Minutentakt Varianten durchgeht, ist das unbrauchbar. Für das Ausproduzieren einer bereits freigegebenen Vorlage in fünfzig Varianten ist es genau richtig.

Das ist die praktische Konsequenz dieser Woche: Suchen und Ausproduzieren sind zwei verschiedene Arbeitsschritte mit zwei verschiedenen Tarifen. Wer sie vermischt, zahlt in der einen Hälfte zu viel und wartet in der anderen unnötig.

Das Gegenargument

Man kann das alles für Erbsenzählerei halten, und es steckt etwas Wahres darin. Bei dreihundert Bildern reden wir über den Unterschied zwischen sechs und zwanzig Euro. Das ist gegenüber einer einzigen Stunde Arbeit nichts. Und die Abrechnung nach Auflösung ist ehrlicher als ein Pauschalpreis: Ein kleines Testbild kostet wenig, ein großes viel, so herum ist es richtig.

Der Einwand trifft die Summe, nicht das Problem. Das Problem ist nicht die Höhe des Betrags, sondern dass die Grundlage der Kalkulation wandert, während man auf ihr steht. Ein Listenpreis, den man vor sechs Wochen in einer Übersicht gelesen hat, ist heute möglicherweise die Zahl eines abgeschalteten Modells.

Was ich ändere

Drei Dinge, ab sofort. Preise ziehe ich aus der eigenen Abrechnung des letzten Monats, nicht aus Vergleichsartikeln. Angebote schreibe ich pro geliefertes Bild in einer benannten Auflösung, nicht pro Generierung. Und Tests laufen grundsätzlich klein, weil sie in der neuen Logik dort billiger sind, wo sie es vorher nicht waren.

Das ist weniger eine Reaktion auf Google als auf ein Muster. Was ein Bild kostet, ist keine Eigenschaft des Bildes mehr. Es ist eine Eigenschaft der Entscheidung, wie man es bestellt.

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